Die Welt aus Sicht der 3a

Die Welt aus der Sicht der 3a – Thema heute: Plastik sei Dank – reich und arm!

Es war einmal eine Wüste. Es war heiß und es gab nur Sand.

Manchmal tauchten ein paar Beduinen auf, die auf ihren Kamelen so durch die Gegend ritten. Zum Beispiel von links nach rechts...

... oder umgekehrt.

An einigen Stellen kam eine schwarze Flüssigkeit aus dem Boden. Niemand beachtete das. Niemand konnte damit etwas anfangen. Es blubberte und roch.

Eines Tages erkannte einer, dass es sich bei der Flüssigkeit um Erdöl handeln musste.

Sofort wurden überall Bohrtürme gebaut, denn aus Erdöl konnte man viele Dinge herstellen.

Und!!! Erdöl macht reich.

Das Erdöl wurde auf große Tanker gepumpt, überall hin transportiert und verkauft. Auch nach Europa.

Die Wüstenmenschen verkauften soviel davon, dass sie steinreich wurden.

In Europa wurde das Erdöl aus den Tankern abgepumpt und in großen Tanks gelagert.

Einige Menschen kauften das Erdöl und machten daraus Benzin und Diesel. Sie verkauften es an die Tankstellen...

... und wurden dabei steinreich.

Einige Menschen kauften das Erdöl und machten daraus Lackfarben und Medikamente.

Sie verkauften die Sachen an Apotheken und an Autofirmen und wurden dabei steinreich.

Einige Menschen kauften das Erdöl für große Kraftwerke und machten daraus Strom.

Den Strom verkauften sie an andere Menschen und wurden dabei steinreich.

Und einige Menschen kauften das Erdöl und machten daraus Plastik und Kunststoffe.

Auch sie wurden dabei steinreich.

Plastik und Kunststoffe findest du heute fast überall. Pullover, Tüten, Verpackungen, Möbel, Brotdosen, Flaschendeckel, Schnellhefter, Fernbedienung, Spielekonsole, Telefon, Kinderspielzeug, Schuhe, Koffer, ...

Nach einiger Zeit fragten sich die Menschen, wohin mit dem Plastikmüll? Wir werfen es auf die Müllkippe, war die erste Antwort. Und die Müllberge wuchsen und wuchsen.

Die Müllberge sind zu groß. Lasst uns den Müll verbrennen, war die zweite Antwort. Und der Plastikmüll wurde in großen Fabriken verbrannt.

Das Verbrennen stinkt und ist giftig. Lasst uns den Müll in andere Länder bringen, war die dritte Antwort. Und der Plastikmüll wurde auf großen Schiffen ans andere Ende der Welt transportiert.

Wir wollen nicht mehr euren Plastikmüll, riefen die Menschen in den fernen Ländern. Ihr könnt den Müll wieder haben, war die vierte Antwort.

Und so fuhr der Plastikmüll zurück zu uns.

Wir müssen aus dem Plastikmüll neue Sachen machen, war die fünfte Antwort. Und so recycelten die Menschen den Müll und machten daraus neue Sachen.

Aber der Müllberg wurde und wurde nicht kleiner. Es gab einfach zu viel davon.

Und während die Menschen nach neuen Ideen suchten bekam niemand mit, dass jeden Tag Plastikmüll auf der Straße liegen blieb und nicht in der Gelben Tonne landete.

Es bekam auch niemand mit, dass der Plastikmüll auch in den kleinen Bächen landete.

Und es bekam auch kein Mensch mit, dass der Plastikmüll auch in den Flüssen und schließlich im Meer landete.

Und es bekam auch niemand mit, wie ein Pottwal am Ärmelkanal beschloss die Abkürzung durch die Nordsee zu nehmen, als durch den ganzen Nordatlantik zu schwimmen.

Was der Pottwal nicht wusste? Plastik verliert im Wasser auch schon mal die Farbe und sieht dann grau oder weiß aus. Und so ein Pottwal muss auch mal etwas fressen.

Und wer Hunger hat, guckt vielleicht nicht so genau hin. Auf jeden Fall fraß der Pottwal nicht nur Tintenfische, sondern auch jede Menge Plastikmüll. Aber das bekam niemand mit.

Am Strand wurde ein toter Pottwal gefunden. In seinem Magen waren mehrere Kilo Plastikmüll. Der Wal starb an Magenverschluss. Da bekamen es alle mit. Armer, armer Pottwal.

© Markus Heidsick